Der “Fahrerwunsch” ist die Interpretation der ECU, welches Drehmoment der Fahrer aufgrund der Pedalstellung wünscht. Diese Übersetzung vom Pedalprozentsatz zum Drehmomentwunsch prägt das gesamte Fahrerlebnis.
Übersicht
Wenn Sie das Gaspedal betätigen, steuern Sie nicht direkt den Kraftstoff oder die Drosselklappe - Sie fordern ein Drehmoment an. Das Steuergerät interpretiert die Pedalstellung über mehrere Kennfelder und Filter, um den entsprechenden Drehmomentbedarf zu ermitteln.
Pedal-Sensor
- Zweispuriges Potentiometer - redundante Signale für die Sicherheit
- Spannungsbereich - typischerweise 0,5-4,5V oder 0-5V
- Plausibilitätsprüfung - Spuren müssen korrelieren oder Fehlerauslöser
- Idle-Validierung - die geschlossene Position muss innerhalb der Toleranz liegen
Fahrerwunschkarten
Das primäre Fahrerwunschkennfeld wandelt die Pedalstellung und die Drehzahl in eine Drehmomentanforderung um:
- X-Achse - Pedalstellung (0-100%)
- Y-Achse - Motordrehzahl
- Z-Wert - gewünschtes Drehmoment (Nm) oder prozentuales Drehmoment
Fahrmodi
Moderne Fahrzeuge haben mehrere Fahrerwunschkarten für verschiedene modes:
- Öko mode - konservative Drehmomentkurve, sanftes Ansprechen
- Normal mode - ausgewogene Antwort
- Sport mode - aggressive Drehmomentkurve, schärferes Ansprechverhalten
- Schnee/Eis mode - sehr sanfte Reaktion, um ein Durchdrehen der Räder zu verhindern
Antwortformulierung
- Tip-in-Filter - dämpft plötzliche Pedaleingriffe
- Ratenbegrenzer - begrenzt, wie schnell das Drehmoment ansteigen kann
- Kickdown-Logik - löst das Herunterschalten bei hoher Pedalstellung aus
- Lebenslauf einer Kreuzfahrt - allmähliches Aufbringen des Drehmoments bei Wiederaufnahme der Geschwindigkeit
Logischer Fluss
Pedalstellungssensor → Plausibilitätsprüfung
↓
Moduswahl (Eco/Normal/Sport)
↓
Fahrerwunsch-Kartensuche
↓
Tip-in Filter / Ratenbegrenzer
↓
Rohes Fahrerwunsch-Drehmoment
↓
Drehmoment-Koordinator
Ziele der Kalibrierung
- Verbesserte Gasannahme ohne Einbußen bei der Laufruhe
- Beseitigung der “toten Zone” bei geringem Pedalweg
- Anpassung der Reaktion an die Erwartungen des Fahrers
- Gutes Fahrverhalten im Verkehr beibehalten
Gemeinsame Modifikationen
- Lineare Reaktion - Beseitigung der aggressiven Kurve bei niedrigem Pedal
- Früherer Tipp-In - mehr Drehmoment bei der ersten Pedalbewegung
- Reduzierte Filterung - schnellere Reaktion (kann sich “sprunghaft” anfühlen)
- Sport mode als Standard - bypass mode Auswahllogik
Drosselklappensteuergeräte
Nachrüst-“Drosselklappensteuerungen” multiplizieren einfach die Pedalsignalspannung. Dies ist NICHT das Gleiche wie eine ECU-Kalibrierung - sie gaukelt der ECU nur vor, dass Sie härter drücken. Eine korrekte Kalibrierung passt die tatsächlichen Interpretationskarten an.
Bewährte Praktiken
- Testreaktionen in verschiedenen Fahrszenarien (Parken, Autobahn, Verkehr)
- Übermäßig aggressives Ansprechverhalten führt zu ruckartigem Fahren in der Stadt
- Beibehaltung einer gewissen Glättung für die Fahrbarkeit
- Anpassung des Fahrerwunsches an die tatsächliche Motorleistung
