Closed-Loop vs. Open-Loop-Strategien

Teil der TuningBot ECU Knowledge Base - ausführliche Dokumentation über Steuergerätelogik, Kennfelder, Emissionssysteme und sichere Kalibrierungsmethoden.

Steuergerätesteuerungsstrategien sind entweder open-loop (nur kennfeldbasiert) oder closed-loop (mit Sensorrückmeldung). Für eine effektive Kalibrierung ist es wichtig zu verstehen, wann die jeweilige Strategie aktiv ist.

Übersicht

Die Open-Loop-Steuerung verwendet vorprogrammierte Kennfelder ohne Sensorrückmeldung - “einstellen und vergessen”. Die Closed-Loop-Steuerung passt sich kontinuierlich an die Sensormesswerte an, um ein Ziel zu erreichen. Die meisten Systeme verwenden je nach Betriebsbedingungen beide modes.

Open-Loop-Betrieb

Karten/Tabellen → Aktor-Befehle
(Keine Rückkopplungskorrektur)
  • Schnellere Reaktion (keine Rückkopplungsverzögerung)
  • Erfordert genaue Kalibrierung
  • Wird verwendet, wenn kein Feedback verfügbar oder unzuverlässig ist

Closed-Loop-Betrieb

Sollwert → Vergleich mit Sensor
         ↓
Fehler → PID-Regler
         ↓
Korrektur → Stellglied
         ↓
Sensor → (Schleife zurück zum Vergleich)
  • Selbstkorrektur bei Verschleiß und Abweichungen
  • Kann Höhe, Temperatur und Alterung kompensieren
  • Langsamere Reaktion aufgrund der Rückkopplungsverzögerung

Lambda/AFR-Kontrolle

  • Geschlossene Schleife - Reisegeschwindigkeit, Teildrossel, Leerlauf (stöchiometrische Ausrichtung)
  • Open-Loop - weit geöffnete Drosselklappe, Kaltstart, hohe Last
  • Überleitung - ECU schaltet in Abhängigkeit von Last, Temperatur, catalyst temp

Im Open-Loop-Betrieb verlässt sich das Steuergerät vollständig auf die Kraftstoffkennfelder - Fehler werden nicht korrigiert.

Boost-Steuerung

  • Geschlossene Schleife - PID-Regelung hält den Sollwert boost gegenüber dem Istwert ein
  • Open-Loop - Fallback bei Ausfall des boost-Sensors
  • Feedforward - Basis-Tastverhältnis aus Kennfeldern, PID korrigiert Fehler

Klopfkontrolle

  • Geschlossene Schleife - verzögert den Zeitpunkt, wenn Klopfen erkannt wird, vergrößert ihn, wenn er frei ist
  • Basiszeitmessung - Open-Loop-Ausgangspunkt aus Karten
  • Lernen - Langzeitanpassung im EEPROM gespeichert

AGR-Steuerung

  • Geschlossene Schleife - Verwendung des MAF-Sensors zur Überprüfung des EGR-Durchflusses
  • Open-Loop - nur mit Positionssensor-Rückmeldung
  • Modellbasiert - berechneter Durchfluss im Vergleich zum Ziel

Wenn Closed-Loop deaktiviert ist

  • Kalter Motor - Sensoren noch nicht genau
  • Weit geöffnete Drosselklappe - Reaktionszeit entscheidend
  • Sensorfehler - Rückfall in den offenen Kreislauf
  • Regeneration - DPF-Regenierung nutzt Anreicherung im offenen Kreislauf

Kraftstoff-Trimms

Bei den Kraftstofftrimmungen handelt es sich um von der ECU gespeicherte Korrekturen im geschlossenen Regelkreis:

  • Kurzfristige Kraftstofftrimmung (STFT) - sofortige Korrekturen
  • Langfristige Kraftstofftrimmung (LTFT) - erlernte Korrekturen im Laufe der Zeit
  • Normaler Bereich - ±10% zeigt korrekte Kalibrierung an
  • Große Zierleisten - Probleme mit dem Luft-/Kraftstoffsystem anzeigen

Auswirkungen der Kalibrierung

  • Open-Loop-Regionen erfordern eine präzise Kartenkalibrierung
  • Closed-Loop kompensiert kleine Fehler automatisch
  • Kraftstoffabgleiche offenbaren die Qualität der Kalibrierung in geschlossenen Kreisläufen
  • WOT-Abstimmung im offenen Regelkreis - kein Sicherheitsnetz aus Sensoren

Bewährte Praktiken

  • Überprüfung des Closed-Loop-Betriebs mit Scan-Tool-Daten
  • Überwachen Sie die Kraftstofftrimmung nach Tuningänderungen
  • Open-Loop-WOT erfordert sorgfältige Breitbandprüfung
  • Verstehen, wann das Steuergerät sich selbst korrigieren kann und wann nicht

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